Montag, 19. März 2018
Ausblick auf das Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Sevilla
Nach der Auslosung sagte Jupp Heynckes über den kommenden Gegner folgendes: „Das ist ein schwieriges Los. Ich kenne den FC Sevilla sehr gut. Sie waren von 2014 an dreimal Europa-League-Sieger, spielen einen gepflegten, kreativen Fußball. Auch defensiv sind sie seit dem Trainerwechsel stabiler. Manchmal sind vermeintliche Topmannschaften besser zu besiegen. Diese Erfahrung habe ich immer wieder gemacht. Ich kenne die Atmosphäre in Sevilla. Dort ist es zwar nicht so wie in Istanbul, aber ähnlich. Das ist ein ganz fanatisches Publikum. Wir müssen aufpassen, dass wir das Viertelfinale überstehen.“

Das Los ist für den deutschen Rekordmeister eine machbare Aufgabe – im Vergleich zu den anderen möglichen Losen ein vermeintliches „Glückslos“. Wie Heynckes aber schon erwähnte, sollte man die Andalusier nicht unterschätzen. Es ist das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften auf internationaler Ebene. Grund genug, den kommenden Viertelfinalgegner genauer zu analysieren.

Form

In der Primera Division steht der FC Sevilla nach 29 Spieltagen (14 Siegen, drei Unentschieden, zwölf Niederlagen) mit einem negativen Torverhältnis von 37:44 sowie 45 Punkten auf Rang sechs und muss um die Qualifikation für die Europa League im nächsten Jahr kämpfen. Im spanischen Pokal „Copa Del Rey“ hat das Team u.a. Atletico Madrid ausgeschaltet und trifft im Finale am 21. April auf den FC Barcelona. In der Champions League landeten die „Sevillistas“ in der Gruppe E hinter dem FC Liverpool auf Platz zwei. Im Achtelfinale setzte man sich dort gegen Manchester United durch (0:0/2:1). Die einzige Niederlage in der laufenden Saison der Königsklasse kassierte Sevilla bei Spartak Moskau (1:5).

Der Trainer

Kurz vor Jahresende trennten sich die Andalusier von Trainer Eduardo Berizzo. Der Argentinier hatte erst vor der Saison Jorge Sampaoli beerbt. Mit ihm feierte Sevilla einen starken Saisonstart und erreichte das Achtelfinale der Champions League. Eine Schwächephase von vier Pflichtspielen ohne Sieg in den letzten Partien vor dem Jahreswechsel kostete ihm den Job. Nachfolger wurde dann der italienische Ex-Profi Vincenzo Montella. Er hatte zuvor bis Ende November 2017 den AC Mailand trainiert. Dort wurde er jedoch wegen ausbleibender Erfolge entlassen. Erfolge in der Champions League konnte der Italiener jedoch noch nicht vorweisen. Als Trainer des AS Rom verlor Montella im Achtelfinal-Rückspiel 2010/11 mit 0:3 bei Schachtjor Donezk und schied aus. Nach dem 0:0-Unentschieden im Hinspiel gegen Manchester United feierte Montella nun im dritten Anlauf mit dem 2:1-Coup im Old Trafford seinen ersten Sieg in der Königsklasse. Nun absolviert er, wie auch der FC Sevilla, gegen den FC Bayern München sein erstes Viertelfinale in der Champions League.

Schlüsselspieler

Wissam Ben Yedder ist Sevillas Toptorjäger in dieser Saison. Dem Franzosen gelangen in bisherigen neun Champions-League-Spielen (inklusive der CL-Qualifikation gegen Basaksehir) starke zehn Treffer. Beim 2:1 im Achtelfinal-Rückspiel bei Manchester United traf er zum dritten Mal in dieser Saison mindestens doppelt. In der Gruppenphase gegen Liverpool erzielte er zwei Tore, gegen Maribor waren es sogar drei Treffer. Mit acht CL-Toren ist Ben Yedder erster Verfolger von Cristiano Ronaldo (zwölf Treffer) in der Torjägerliste.

Der zweite Schlüsselspieler der Andalusier ist die Nr. 10, Ever Banega. Er ist das „Gehirn“ dieser Mannschaft und bestimmt aus dem zentralen Mittelfeld heraus den Rhythmus der Spanier. Aktuell spielte er die meisten erfolgreichen Pässe in der Champions League 2017/18 (762). Allerdings muss Sevilla auf ihn im Hinspiel gegen den FC Bayern auf Grund einer Gelb-Sperre verzichten.
Zudem sahen Wissam Ben Yedder, Sergio Escudero und Gabriel Mercado bereits zwei Gelbe Karten und wären damit bei einer weiteren Verwarnung im Rückspiel in München gesperrt.

Aufgepasst!

Besonders Acht geben muss der FC Bayern München auf die Standardsituationen der „Sevillistas“. Mit sieben von 14 Toren erzielte Sevilla die Hälfte der Tore bei ruhenden Bällen. Sieben der letzten zehn Treffer fielen nach einer Standardsituation.

Bekannte aus der Bundesliga

Im Kader des FC Sevilla findet man alte Bekannte, die schon mal in der Bundesliga gespielt haben. Sergio Escudero war von August 2010 bis Januar 2013 für den FC Schalke 04 aktiv. Auch Johannes Geis hat eine Schalke-Vergangenheit bzw. eine „Schalke-Gegenwart“. Er ist von den Königsblauen für diese Saison an Sevilla ausgeliehen und wird aktuell mit dem VfL Wolfsburg für die kommende Spielzeit in Verbindung gebracht. Mit Simon Kjaer steht ein weiterer bundesligaerfahrener Spieler bei den „Sevillistas“ unter Vertrag. Er spielte von 2010 bis 2013 in Wolfsburg.

Das Stadion

Wie Heynckes eingangs erwähnte („Ich kenne die Atmosphäre in Sevilla. Dort ist es zwar nicht so wie in Istanbul, aber ähnlich. Das ist ein ganz fanatisches Publikum.“) muss sich der FC Bayern auf Einiges gefasst machen. Ins "Estadio Ramón Sánchez Pizjuán" passen 42.714 Zuschauer. Die Arena ist ein Stück WM-Geschichte: Das Halbfinale 1982 gegen Frankreich, das Deutschland (3:3 n.V.) erst im Elfmeterschießen gewann. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, damals Torschütze zum 2:3, wird gute Erinnerungen an den "Thriller von Sevilla" haben.

Die Ansetzungen im Überblick

FC Sevilla – FC Bayern München (Mittwoch (03.04.2018), 20.45 Uhr)
FC Bayern München – FC Sevilla (Dienstag (11.04.2018), 20.45 Uhr)

#packmas

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Spielbericht: RB Leipzig – FC Bayern München 2:1 (1:1)
Nach 18 Pflichtspielen hat der FC Bayern München mal wieder ein Spiel verloren und damit die dritte Saisonniederlage hinnehmen müssen. Am 27. Spieltag der Bundesliga unterlag der deutsche Rekordmeister bei RB Leipzig mit 1:2 (1:1). Dabei konnten die Münchner sogar mit 1:0 in Führung gehen. Trotz der Niederlage haben die Bayern aber weiterhin 17 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten Schalke 04 und könnten bestenfalls schon am nächsten Spieltag mit einem Heimsieg gegen Borussia Dortmund die sechste Meisterschaft in Folge feiern.

Die 42.558 Zuschauern in der ausverkauften Red Bull Arena sahen eine abwechslungsreiche Partie, in der Sandro Wagner die Bayern in der 12. Spielminute mit der ersten Torchance in Führung brachte. Naby Keita (37.) gelang jedoch noch vor der Halbzeit der Ausgleich. Leipzig-Stürmer Timo Werner konnte in der 56. Minute den Siegtreffer für die Heimmannschaft erzielen.

Aufstellung

Vier Tage nach dem Champions-League-Achtelfinale bei Besiktas Istanbul nahm Jupp Heynckes sechs Änderungen in seiner Startformation vor: Joshua Kimmich, Niklas Süle, Sebastian Rudy, James, Juan Bernat und Wagner rückten für Rafinha, Jérôme Boateng, Javi Martínez, Franck Ribéry, Robert Lewandowski und den verletzten Thiago in die Startelf.

Spielverlauf

Das Topspiel an diesem Spieltag begann verhalten und wurde von zahlreichen Ballverlusten in den ersten 10 Minuten auf beiden Seiten geprägt. Den besseren Start erwischte dann aber der FC Bayern mit der ersten Chance: Wagner vollendete eine „Zuckerflanke“ von James Rodriguez per Kopf zur 1:0-Führung (12.). Mit diesem Tor hörte der Rekordmeister jedoch auf Fußball zu spielen und zog sich zurück. RB übernahm die Initiative und kam dementsprechend zu einigen Chancen, den Ausgleich zu erzielen. An Neuer-Vertreter Sven Ulreich war aber kein Vorbeikommen.

Mit zunehmender Spielzeit wurde der Druck des Europa-League-Viertelfinalisten immer größer. In dieser Zeit taten sich die Roten schwer, für Entlastung zu sorgen. In der 27. Minute konnte Niklas Süle mit einer Rettungsaktion noch auf der Torlinie retten, doch zehn Minuten später mussten die Bayern dann den Ausgleich durch Keita im Nachsetzen hinnehmen (37.). Mit diesem Spielstand ging es dann auch kurz darauf in die Kabinen.

Zweite Halbzeit, gleiches Bild: Das Spiel begann zerfahren, ehe dieses Mal aber RB den besseren Start erwischte. Nach einer Keita-Vorlage konnte Nationalstürmer Timo Werner
die 2:1-Führung (56.) erzielen. Was danach folgte war ein offener Schlagabtausch beider Mannschaften. Aber sowohl Werner (61.) und Laimer (66.) als auch Hummels (62.) und Vidal (68.) ließen beste Torchancen ungenutzt.

Jupp Heynckes wollte mit den Einwechslungen von Ribéry und Lewandowski noch einmal den Druck erhöhen und auf den Ausglich drängen. Leipzig kam in der Folgezeit kaum noch aus der Defensive heraus. Allerdings fanden die Bayern in der Schlussphase kaum noch ein Mittel, die stabile Leipziger Deckung zu knacken und mussten sich am Ende verdient geschlagen geben.

Ausblick

Kommendes Wochenende ist Länderspielpause in der Bundesliga. Das nächste Spiel steht daher erst am 31. März gegen Borussia Dortmund in der Allianz Arena an. Wenn der Rekordmeister sein Heimspiel gewinnt und Schalke nicht gewinnt, ist die Meisterschaft perfekt. Bis dahin heißt es nun für die Bayern sich zu erholen und sich für die kommenden Aufgaben in der Bundesliga und in der Champions League zu wappnen.

#MiaSanMia

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