Mittwoch, 30. Mai 2018
Peter Hermann geht in Rente - Wer kann das Vakuum füllen?
Nachdem Cheftrainer Jupp Heynckes den FC Bayern verlassen hat, zieht auch sein langjähriger Co-Trainer Peter Hermann nach. Bisher hat man noch auf einen Verbleib des 66-Jährigen beim deutschen Rekordmeister gehofft, aber dann kam doch alles anders: „Peter Hermann hat uns mitgeteilt, dass er wieder in der Heimat und bei seiner Familie sein möchte“, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf der FC Bayern-Homepage. „Wir bedanken uns bei Peter für seine exzellente Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“

Welche Aufgaben hatte Peter Hermann unter Heynckes?

Als feststand, dass Jupp Heynckes dem FC Bayern helfen muss, wurde auch sein langjähriger Assistent im Herbst 2017 von Fortuna Düsseldorf losgeeist. Schon von 2011 bis 2013 war er beim deutschen Rekordmeister Co-Trainer von Heynckes und am Gewinn des Triple 2013 beteiligt.

„Es war klar: Wenn ich hier bei Bayern wieder beginne, brauche ich den Peter an meiner Seite“, berichtete Heynckes im Wintertrainingslager. Schon aus dieser Aussage wird klar, welche Bedeutung Hermann für die Bayern-Trainerlegende hatte. Der Assistent ist kein einfacher „Hütchenaufsteller“, sondern ein echter Fachmann auf seinem Gebiet, den schon namhafte Trainer wie Stepanovic, Vogts, Toppmöller oder Daum an ihrer Seite hatten. In München leitete er das Training, gab Anweisungen, erklärte Übungen. Dabei wurde er auch laut, er lobte, feuerte an und tadelte Spieler. Heynckes beobachtete währenddessen das Training und griff nur manchmal ein. Ansonsten wurde während den Übungen jegliche Arbeit von Peter Hermann ausgeführt.

Die spannende Frage: Wer wird das Vakuum von Peter Hermann unter Niko Kovac füllen?

Heynckes in Rente, Gerland zurück im Campus – Peter Hermann wäre das passende Puzzleteil gewesen beim Übergang von Heynckes zu Kovac, da er die Mannschaft bereits bestens kennt. Jetzt muss sich Kovac einen neuen Assistenten suchen. Robert Kovac, jüngerer Bruder des Bayerntrainers, wird ihm auch in München zur Seite stehen, wie auch schon in Frankfurt. Er arbeitet lieber im Hintergrund und sieht sich selbst als Bindeglied zwischen Cheftrainer und Mannschaft. Anders als Peter Hermann, arbeitet Robert seinem älteren Bruder zu und unterstützt ihn bei der Analyse des kommenden Gegners und in der Trainingssteuerung. Die offene Lücke, die Peter Hermann hinterlassen hat, kann also noch nicht gleichwertig ausgefüllt werden, und hier hat der FC Bayern noch Nachholungsbedarf. Dieses „Vakuum“ muss von einem erfahrenen Fachmann besetzt werden, z.B. mit einer vereinsinternen Lösung, eventuell, dass man den „Tiger“ Hermann Gerland noch einmal ein Jahr reaktiviert. Die noch „jungen“ Kovac-Brüder hatten in Frankfurt den 58-jährigen Armin Reutershahn zur Verfügung stehen. Dieser bekam aber sofort einen Riegel für einen Wechsel nach München vorgeschoben, als Hermann offiziell verkündete, dass er in Rente geht. Fakt ist, dass auf dieser Position auch schnellstmöglich Klarheit bestehen muss.

Hierzu wird es bestimmt in den kommenden Tagen oder Wochen Neuigkeiten geben. Jedoch sollte sich der FC Bayern nicht allzu lange Zeit lassen, denn Chefcoach Kovac hat den für den 09. Juli geplanten Trainingsstart für die neue Saison bereits auf den 02. Juli vorverschoben. Bis dahin sollte ein geeigneter Kandidat gefunden werden!

Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle Peter Hermann für die Arbeit und Hilfe! Alles Gute Peter!

#MiaSanMia

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Der FC Bayern unter Niko Kovac - Welche taktischen Kniffe könnten uns erwarten?
Die Saison 17/18 ist zu Ende, die WM 2018 in Russland steht in den Startlöchern und schon wächst die Vorfreude auf das neue Bundesligajahr mit einem neuen Gesicht auf einer der wichtigsten Positionen beim FC Bayern - Niko Kovac wird die Nachfolge von Trainerlegende Jupp Heynckes antreten und den Rekordmeister hoffentlich in eine neue Ära führen. Was den Fans jetzt schon unter den Nägeln brennt: Welche taktischen Kniffe könnten uns erwarten?

Auf seinen bisherigen Stationen ließ Kovac mannorientiert, körperlich und äußerst defensiv spielen. Speziell in Frankfurt lief die Mannschaft oft in einer kompakten Fünferkette auf. Je nach Spielsituation kann sein System zwischen 5-3-2, 3-1-4-2 oder 5-1-2-2 variieren. Spielerisch weiterentwickelt hat er die Eintracht auch. Ein Paradebeispiel, dass er sich auch gegen große Mannschaften behaupten kann, war das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern. Die Frankfurter ließen kaum gegnerische Chancen zu, konterten klug mit optimaler Chancenauswertung und gewannen letztendlich verdient den Pokal.

Aber funktioniert dieses System auch bei den Bayern oder muss sich Kovac anpassen?

Grundsätzlich könnte dieses System funktionieren, aber eine defensive Spielweise möchte man in München nicht sehen. Eine Mannschaft mit dieser offensiven Topbesetzung (James, Lewandowski, Robben, Ribery, Coman etc.) darf nicht defensiv auflaufen, sondern muss über Ballbesitzfußball das Spielgeschehen bestimmen und eigentlich Tore am Fließband schießen. Dahingehend muss sich Kovac dem Spielermaterial anpassen, ohne ihn schon vorab an den Pranger zu stellen. Aber vielleicht kennt man diese Seite am neuen Bayerntrainer noch gar nicht und er wird uns eines Besseren belehren.

Was wir von ihm erwarten können, ist defensive Stabilität und ein variables Spielsystem. In den vergangenen Jahren war es häufig so, dass der FC Bayern durch Fehler im Spielaufbau vermeidbare Gegentore bekam. Bestes Beispiel war das DFB-Pokalfinale in diesem Jahr oder das Ausscheiden gegen Real Madrid im Halbfinale der Champions League. Hier muss Kovac den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit legen. Ein weiterer Eckpfeiler wird das variable Spielsystem sein. Ähnlich wie Guardiola es praktiziert, wird Kovac je nach Spielsituation das System variieren. Er kann das Spiel schon aus seiner aktiven Fußballerzeit sehr gut lesen.

Die oft benutzte Fünferkette, werden wir in München nicht sehen. Da wird der Trend eher in Richtung Vierer- oder Dreikette gehen, wie gesagt, je nach Spielsituation. Kovac hat mit Kimmich und Alaba zwei Spieler, die sowohl auf der Außenbahn als auch in der Innenverteidigerposition spielen können.

Ich denke, man darf ein variables Spielsystem erwarten, dass zwischen 4-3-3, 3-5-2, 4-4-2 oder 4-5-1 bzw. 3-5-2 variiert. Aber das sind nur Vermutungen, die aus den Erfahrungen der letzten Jahre bzw. der Tatsache getroffen wurden, dass Kovac nicht mit der gleichen Spielidee, die er in Frankfurt praktiziert hatte, antreten wird. Es wird spannend, wie er die Münchner Mannschaft spielen lässt.

#MiaSanMia

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